PRIMARK ICH FRESS DICH

https://vimeo.com/237875110

Das intensieve Blockseminar 2017 der Universität zu Köln geleitet von Julia Dick findet überwiegend in den Geschäften der Fußgängerzone von Köln statt. Vor Ort als auch mit Unterstützung von Künstler*innenbeispielen sowie theoretischen Texten zur kritischen Auseinandersetzung mit kapitalistischen Strukturen und Warenästhetitk untersuchen die Studierenden, die zum Kauf anregenden Inszenierungsstrategien der Geschäfte. In Übungen erproben sie spielerische Interventionen, die eine andere Nutzung des Stadtzentrums als jene, lediglich Waren zu konsumieren vorschlagen. Gemeinsam malen sich die Seminarteilnehmer*innen eine mögliche utopische Zukunft aus, in der das Stadtzentrum anderweitig genutzt wird, als dies momentan geschieht. Von diesen Recherchen ausgehend, entwickeln sie gemeinsam mit Julia Dick einen partizipativen zu Interventionen aktivierenden Live-Audiowalk mit dem Titel: Das Zentrum der Zukunft.

Fünfzehn „Zuschauerinnen“ und die zehn Seminarteilnehmerinnen treffen sich hierfür tagsüber in der Fußgängerzone und lauschen über Funk den Seminarteilnehmerinnen, die die gemeinsam entwickelte Narration über eine mögliche Zukunft nach und nach erzählen und zugleich Handlungsanweisungen geben, welche helfen sollen, sich diese Zukunft besser vorstellen zu können.

In dieser Zukunft wird beispielsweise der Applestore umbenannt in „Aap-Lade“, zu deutsch „Affenhaus“ und mit seinen riesigen Fensterscheiben ein Ort werden, an dem die Menschen ihre Emotionen ausleben und sich dabei gegenseitig zeigen. Die Seminarteilnehmer*innen und spontane Personen aus dem Publikum verdeutlichen, wie diese Fiktion aussehen könnte, durch eine unangekündigte Performance als Tiere im Applestore.

Im Sportcheck soll in der Zukunft ein Spieleparadies eingerichtet werden. Um hiervon jetzt bereits eine Vorstellung entwickeln zu können, spielen alle Beteiligten des Live-Audiowalks unangekündigt Feuer-Wasser-Erde-Luft.

Ferner finden in dieser von den Studierenden ersonnen utopischen Zukunft öffentliche Meditationszirkel statt, so auch während des Audowalks inmitten des Trubels.Der H&M wird umfunktioniert in eine „Schule der Materie“, in dem alle Teilnehmerinnen mit den dort vorfindbaren Materialien experimentieren können, um mehr Bewusstheit und Wertschätzung gegenüber den bis dahin rar gewordenen Ressourcen auszudrücken. Das Geschäft „Bershka“ in dem bereits laute Musik läuft, wird zur Tanz- und Energiestation, weswegen alle Teilnehmerinnen des Audio-walks durch das Geschäft tanzen.

Vor dem C&A schließlich legen die Teilnehmer*innen mitgebrachte, aussortierte Kleidung auf den Boden und verschenken diese an Passanten, da in der gemeinsam entwickelten Vorstellung auch in der Zukunft im Zentrum der Stadt statt Geschäften Orte des Schenkens und Austauschens eingerichtet sein werden.

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